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Die dreckige Kehrseite eines Fußballfestes

Fußball

Es ist WM in Brasilien, jeder schaut, aber keiner schaut wirklich hin. Man sieht die prunkvollen, teils neu errichteten Fußballstadien, freudige Menschen, die ein rauschendes Samba-Fußballfest feiern. Doch es gibt durchaus noch eine Kehrseite der WM, die uns eher selten in den Medien gezeigt wird. Klar, will man doch schließlich nicht die heile Sicht auf das Fußballfest stören. Hinter den schön angemalten Kulissen jedoch brodelt es. Es gibt immer lautere Proteste gegen die Verantwortlichen und sogar das einstige Fußballidol Pelé. Schon längst ist in den Augen der Brasilianer, die Fifa zum Sinnbild für Vetternwirtschaft, Korruption und Skrupellosigkeit geworden.

Doch woher kommt dieser Hass? Nüchtern betrachtet ist dieser eigentlich nicht verwunderlich, geht es den Menschen in Brasilien alles andere als wirtschaftlich gut. Und da kommt schließlich eine WM ins Land und verschlingt 10 Milliarden Dollar. Geld, welches in die Rodung von Urwäldern gesteckt wurde um dort prunkvolle Fußballstadien zu errichten, die nach der WM keinen sinnvollen Verwendungszweck mehr erfüllen. Auch wurden – dem hohen finanziellen Aufwand geschuldet – Schulen und Krankenhäuser geschlossen, um die enormen Kosten schultern zu können. “Und wofür das Ganze?” fragt man sich nun. 5 Milliarden Dollar. Das ist die Summe, die eingenommen wird. Ein Verlustgeschäft, welches den Zorn der Bevölkerung schürt. Und dieser Zorn kostet nochmals Geld, denn es sind rund 10.000 Polizisten nötig, um allein die Protestanten von den inszenierten Kameraeinstellungen fern zu halten.

Und dennoch ist es ein gutes Geschäft … für die Fifa und die Sponsoren. Denn allein die Fifa nimmt mit der WM geschätzte 4 Milliarden Euro ein. Geld, für welches man in Brasilien eine gute Vewendung hätte. Allein die beiden öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF sollen für die Berichterstattungsrechte in Deutschland laut Schätzungen 180 Millionen Euro gezahlt haben. Offizielle Zahlen gibt es von den beiden Sendern nicht.

Doch wozu gibt es die Fifa eigentlich? Die Fédération Internationale de Football Association wurde 1904 in Paris gegründet und veranstaltet bereits seit 1930 die Weltmeisterschaft. Zudem ist sie für das Regelwerk zuständig und vergibt die Marketing- und TV-Rechte. Doch fließt auch Geld an die nationalen Verbände, damit diese den Fußballsport bewerben und auch die Ziele, Ideale und die Statuten des Dachvereins respektieren, leben und durchsetzen.

“Ideale?” fragt sich nun der geneigte Leser. Welche Ideale hat ein Verband, der es zulässt, dass für ein Sportereignis Regenwaldflächen gerodet, Schulen und Krankenhäuser geschlossen und Arbeiter teils zu Tode versklavt (wie es derzeit in Katar der Fall zu sein scheint) werden, um Zeitpläne einhalten zu können. Die Ideale, die von der Fifa propagiert werden sind Solidarität, soziale Verantwortung, Frieden und Respekt. Ideale, die wohl die meisten Brasilianer nicht unterstreichen können.

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